Meine vier Grundsätze für das Ideenmanagement in kleinen Unternehmen

 

1.    Einfachheit

 

Wenn man im Internet nach Ideenmanagement sucht, findet man häufig Artikel und Informationen darüber, wie Ideenmanagement in großen Konzernen umgesetzt wird. Da ist oft die Rede von komplexen Strukturen, Expertenteams und Gutachtern. Bei großen Konzernen ist das sinnvoll, weil  konzernübergreifende Ideen nicht nur viele Einsparungen bringen, sondern im Vorfeld auch mit hohen Kosten verbunden sein können. Halten Sie ihre Strukturen so übersichtlich wie möglich. Viele Ideen lassen sich in kleinen Unternehmen einfach ausprobieren – ohne viele Investitionen im Vorfeld. Sollte doch einmal eine größere Idee auftauchen, die Investitionen erfordert, sollte eine Prüfung erfolgen.

 

Einfach sollten auch die eingesetzten Methoden und Impulse sein. Vergessen Sie umfangreiche Berechnungstabellen mit vielen Werten und komplexe Methoden. Trauen Sie sich! Ein Ideenmanagement muss nicht von Anfang perfekt sein. Sie können klein anfangen und die Strukturen wachsen lassen, sollte auch ihr Unternehmen wachsen.

2.    Visualisierung

 

Warum schreiben wir To-Do-Listen, machen Fotos und führen Tagebuch (zumindest einige)? Weil ein Gedanke, eine Idee, eine Erinnerung schnell vergessen ist. Bei der Generierung, Prüfung und Umsetzung von Ideen ist das genauso. Bei der Visualisierung eines Prozessablaufes fällt oft auf, dass der Ist-Prozess sich vom Soll-Prozess unterscheidet. Auch doppelte Aufgaben sind hier schnell zu sehen. Die Visualisierung dient aber auch dazu erst einmal Ideen zu sammeln, zu ordnen und die Umsetzung (Wer macht was bis wann?) festzuhalten.

3.    Kontinuität

 

Ideenmanagement umfasst kleine, stetige Verbesserungen. Es unterscheidet sich damit vom Innovationsmanagement, wo es um die Entwicklung großer Neuerungen geht. Die Methoden und Impulse kann man immer wieder anwenden. Sie eignen sich für verschiedene Herausforderungen und Fragen. Entscheidend ist beim Ideenmanagement nicht der eine Workshop im Jahr, sondern regelmäßige Treffen (einmal im Monat, einmal in der Woche), in denen über neue Ideen gesprochen werden, Lösungen erarbeitet und die Umsetzung geplant wird. Die Treffen müssen nicht lang sein: 20 Minuten in der Woche, 1 ½ Stunden im Monat. Lassen Sie die Treffen genauso zur Gewohnheit werden wie den Kaffee am Morgen: z. B. jeden Montag um 9 Uhr, wenn alle noch frisch aus dem Wochenende kommen oder jeden ersten Montag im Monat um 9 Uhr.

 

4.    Aktives Sammeln von Ideen

 

In den Anfängen – ich spreche hier von ca. 1900 - hieß das Ideenmanagement Betriebliches Vorschlagswesen. Die Mitarbeiter konnten ihre Ideen auf Zettel formulieren und in einen zentralen „Briefkasten“ einwerfen. Ein sehr passives System! Ideen durften übrigens auch nicht aus dem eigenen Aufgabengebiet kommen, so dass zum Beispiel die Mitarbeiterin aus der Buchhaltung Ideen zum Versand einreichte. Die Akzeptanz für das Umsetzen der Ideen war dadurch nicht sehr hoch. Heute sind explizit Ideen aus dem eigenen Arbeitsbereich gewünscht.

 

Fragen Sie aktiv nach Ideen! Stellen Sie zum Beispiel am Anfang der Woche ein aktuelles Problem dar und bitten Sie ihre Mitarbeiter im Laufe der Woche Lösungen zu finden. Machen Sie das Problem sichtbar (Visualisierung)! Bennen Sie jeden Monat ein aktuelles Thema als Impuls: zum Beispiel Kundenzufriedenheit oder Verschwendung von Material oder Zeit.

 

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